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Versuchter Anschlag auf Synagoge in Halle

Jom Kippur 2019. Überall auf der Welt priesen in den Synagogen gläubige Juden G''tt, flehten um Erbarmen und Verzeihung ihrer Sünden. So auch in Halle. Während im Innern des G''tteshauses um weiteren Schutz auch im gerade neu begonnenen jüdischen Jahr gebetet wurde, versuchte draußen ein schwer bewaffneter Rechtsradikaler in die Synagoge einzudringen. Mit einer Kamera auf seinem Helm wollte der hasserfüllte Terrorist nach dem Vorbild des Attentates in Christchurch auch in der Synagoge in Halle ein Blutbad anrichten, dieses filmen und zeitgleich ins Internet stellen. Doch dazu kam es nicht.

 

Ein Gemeindemitglied, der aus Sicherheitsgründen freiwillig vor dem Monitor der Überwachungskamera saß, bemerkte rechtzeitig wie der Terrorist vor zwei Nebentüren Sprengsätze anbrachte und das verschlossene Hauptportal mit Gewehrsalven zu öffnen versuchte. Sofort wurde der G''ttesdienst unterbrochen und Männer wie Frauen schleppten alle Tische, Stühle und was sie sonst noch finden konnten, vor die Innenseite der Tür und bauten eine Barrikade um das Eindringen des Attentäters zu verhindern.

 

Besonders eilig schien es die herbeigerufene Polizei nicht zu haben. Statt dem eingehenden Notruf sofort nachzugehen, begann sie erst die Personalien des Anrufers aufzuschreiben, wollte wissen wo er wohnt und arbeitet und vieles andere. Wertvolle Zeit verstrich. Wie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle Max Privorozki berichtet (siehe Video) versuchten die Ordnungshüter den Anrufer zuerst zu beruhigen. „Wir haben alles im Griff“. Hatten sie die Meldung eines bewaffneten Anschlages auf die Synagoge nicht ernst genommen, oder waren sie auf dem rechten Auge blind? Viele Fragen, die einer gründlichen Nachbearbeitung bedürfen.

 

Der 27-jährige deutsche Rechtsextremist Stephan B. schaffte es nicht in die Synagoge einzubrechen. Die Tür blieb zu. „ G''tt hat uns geschützt. Das Ganze dauerte vielleicht fünf bis zehn Minuten“, berichtet Privorozki. Dann versuchte der Attentäter über den benachbarten jüdischen Friedhof in die Synagoge einzubrechen. Doch auch hier hielten die verschlossenen Türen den Angriff mit zwei selbstgebastelten Molotowcocktails und einer Granate stand. Verärgert darüber, dass er seinen blutigen Plan nicht realisieren konnte, begann der Rechtsradikale blind um sich zu schießen und traf eine Frau, die zufällig die Straße entlang kam. Sie war sofort tot. Auch in dem türkischen Döner-Imbiss, der sich in der Nähe der Synagoge befindet, brach der Mörder ein und erschoss einen 20-jährigen Gast, der in seiner Mittagspause etwas essen wollte. Zwei weitere Opfer wurden mit Schussverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei begann mit der Verfolgung und konnte nach einem Schusswechsel den Attentäter, der inzwischen mit dem Auto geflüchtet war, überwältigen. Der Versuch in die Synagoge einzudringen, die Ermordung der beiden Unbeteiligten und die lebensgefährliche Verletzungen der anderen Opfer lud Neonazi Stephan B. auf der Videoplattform „Twitch“ hoch. 35 Minuten lang war seine mörderische Menschenverachtung lang im Internet zu sehen.

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