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Welche Katholiken sind Juden?

Vatikan will Geheimarchiv öffnen, doch lüftet er wirklich alle Geheimnisse?

Pius XII
Die Saat des Misstrauens gegenüber Pius XII.: 1933 unterschrieb er als Kardinalstaatssekretär das Konkordat mit Hitler-Deutschland.

Foto: Bundesarchiv, Bild 183-R24391 / Unknown / CC-BY-SA 3.0

Der amtierende Papst Franziskus will in einem Jahr die Archive des Pontifikats von Papst Pius XII. öffnen. Die Welt jubelt, auch Juden aus fast allen Ländern und der Jüdische Weltkongress zeigen sich höchst erfreut.

 

1933 unterschrieb Pius XII. als Kardinalssekretär Pacelli das Konkordat mit Hitler-Deutschland. Bis heute ist umstritten in wieweit das Kirchenoberhaupt mit dem Faschismus und speziell mit dem NS-Regime verstrickt war. Seit 1945 wird ein Zugang zu den geheimen Unterlagen aus den Jahren 1933 bis zum Ende der NS-Zeit gefordert. 1939 wurde Pius XII. zum geistlichen Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt und blieb dann bis zu seinem Tod im Oktober 1958 Papst. Bereits mehrfach versuchte der Vatikan Pontifex Pius XII. heilig zu sprechen. Doch die seit 1965 wiederkehrenden Anstrengungen, den Papst selig zu sprechen, scheiterten bis heute am internationalen Widerstand. Ihm wird vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen die NS-Verbrechen vorgegangen zu sein, die er – wie auch den Holocaust – nie öffentlich verurteilte.

 

Jetzt hofft der Vatikan durch die vorzeitige Öffnung des Geheimarchivs für „seriöse und objektive“ Forschung über „die glänzenden Momente dieses Papstes“ wie über „die Momente größter Schwierigkeiten“ Pius XII. von dem Vorwurf seiner Verstrickung mit dem NS-Regime rein waschen zu können. Der Pontifex habe versucht „in den Zeiten größerer Dunkelheit und Grausamkeit die kleine Flamme humanitärer Initiativen wachzuhalten.“

 

Tatsächlich hat er den Klöstern empfohlen, jüdische Menschen vor der drohenden Deportation zu verstecken. Darunter waren auch viele Einzelkinder, die im Kloster oder bei katholischen Menschen ohne Kontakt zu ihren Eltern und Verwandten, aufwuchsen und zu Christen erzogen wurden. Prominentestes Beispiel ist der bereits verstorbene Kardinal Lustiger sel. A. Doch längst nicht alle jüdischen Kinder erfuhren, dass sie Juden sind. Wird der Vatikan nun auch ihre Namen bekannt geben? Denn ihre Kinder sind und bleiben jüdisch, auch ihre Enkelinnen und Urenkelinnen. Bis jetzt hat die katholische Kirche eine Einsicht in diese Akten verweigert. Wird der Vatikan mit der geplanten Öffnung des Archivs im März 2020 auch endlich dieses sorgsam gehütete Geheimnis lüften? Bisher wurde dieser Aspekt nicht erwähnt. Wir dürfen gespannt sein.

aca

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