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„Nicht aus Angst verstummen“

Ludwig-Börne-Preis 2019 an Eva Menasse verliehen

Ludwig-Börne-Preis 2019, Ludwig-Börne-Preis, Eva Menasse, Paulskirche, Frankfurt
Eva Menasse bedankt sich für den Ludwig-Börne-Preis 2019. Copyright: Maik Reuss

Die Journalistin und Schriftstellerin Eva Menasse erhielt in der Frankfurter Paulskirche den diesjährigen Ludwig-Börne-Preis . Zur Erinnerung an den streitbaren jüdischen Publizisten hatte der Frankfurter Bankier und Publizist Michael Gotthelf zusammen mit einigen Gleichgesinnten 1993 die „Ludwig-Börne-Stiftung“ gegründet, die seitdem alljährlich auch die Auszeichnung an deutschsprachige Autoren vergibt.

 

Eva Menasse ist „eine Preisträgerin, die sich einmischt, der die Politik nie gleichgültig war und die immer Haltung bewahrt hat. Ob zu den jüngsten Auswüchsen der österreichischen Politik oder als Hüterin von demokratischen Werten gegenüber all den Hetzern und Ausgrenzern und denjenigen, die im Internet Hass und Missgunst verbreiten“, würdigte Oberbürgermeister Peter Feldmann das couragierte Auftreten von Eva Menasse in seiner Rede.

 

Verleger Florian Illies, diesjähriger Juror, begründete seine Entscheidung für Eva Menasse damit, dass sie hellwach auf die großen gesellschaftlichen Untiefen unserer Zeit schaue „mit einer seltenen Mischung aus Scharfsinn, Streitlust, Humor und europäischem Bewusstsein. Sie warnt sehr differenziert vor den destruktiven Kräften, die die öffentlichen Debatten im Zeitalter des Internets radikalisieren – und sie beschreibt luzide, wie die Freiheit der Kunst von der militanten Intoleranz einer falsch verstandenen Modernität bedroht wird.“

 

So wie Börne in Zeiten des Aufruhrs immer Format bewies und sich stets ohne Blatt vor dem Mund, gerade heraus positioniert habe, sei Eva Menasse sei in diesem Sinne eine ideale Preisträgerin, betonte Frankfurts Oberbürgermeister das Wirken der Schriftstellerin, die auch betonte „man solle nicht aus Angst verstummen, sondern sagen, was man für richtig halte, ganz egal wer applaudiert oder protestiert. Das sollten wir uns alle zu Herzen nehmen, um das zu bewahren, was uns über 70 Jahre lang Frieden beschert hat.“

 

Eva Menasse wurde 1970 in Wien geboren. Heute lebt die Schwester des Schriftstellers Robert Menasse in Berlin. Ihre journalistische Laufbahn begann beim österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“ und setzte sich später im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) fort. Als Buchautorin machte sich Menasse mit ihrem ersten Roman „Vienna“ einen Namen, in dem sie von einer Wiener Familie mit jüdischer Herkunft erzählt. Für das 2017 erschienene Werk „Tiere für Fortgeschrittene“ erhielt sie noch im selben Jahr den Österreicher Buchpreis. Bei der Eröffnung des Berliner Literaturfestivals im Herbst 2018 warnte sie in ihrer Ansprache auch auf die Gefahren des digitalen Zeitalters, die sich seitdem noch vervielfacht haben.

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