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Jüdische Filmtage: 21. Oktober bis 4. November an verschiedenen Spielorten Frankfurts

Dr. Marc Grünbaum, Kulturdezernent Jüdische Gemeinde Frankfurt
Dr. Marc Grünbaum, Kulturdezernent der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Foto: Alexander Beygang

Im Nachhinein war das vor zwei Jahren ein Probelauf. Seit damals nämlich wechseln sich jährlich die seit 30 Jahren bestehenden Jüdischen Kulturtage der Jüdischen Gemeinde Frankfurts mit den Filmtagen ab. Welch sensationelles Programm nun beim zweiten Mal geboten ist, kann nur der einschätzen, der im Filmbetrieb zu Hause ist. Das Durchschlagende ist diese Mischung aus ganz frischen, international hochangesehen Filmen, die hier überhaupt noch nicht liefen, mit wichtigen Filmen der letzten Jahre, die gerade mal über einige Tage in Programmkinos laufen – und dann weg sind.

 

Das besondere ist, dass bei ganz vielen Filmvorführungen die jeweiligen Filmemacher dabei sind und daß die gezeigten Filme selbst eine Mischung zwischen internationalen Erfolgsgeschichten mit spannenden Nachwuchs- und Autorenfilmen darstellen.

 

Darüberhinaus finden die Jüdischen Filmtage in ganz Frankfurt statt, denn die Vorführungen sind nicht mehr auf die Jüdische Gemeinde beschränkt, sondern finden in Frankfurter Kinos statt, natürlich auch im Kino des Deutschen Filmmuseums, wo auch die Eröffnung stattfand. Weitere Vorstellungen sind dann in den Programmkinos wie Mal Seh‘n, Orfeos Erben, Cinema und Harmonie, dem Studentenkino Pupille, aber auch der Bildungsstätte Anne Frank in der Hansaallee 150.

 

Der Beginn mit Empfang im Filmmuseum bringt gleich zwei Hochkaräter, die in Deutschland überhaupt noch nicht zu sehen waren. THE CAKEMAKER (18 UHR) kommt aus Israel und hat mindestens zwei Botschaften im Gepäck. Zum einen, wie man leckere Torten backt, was der junge Konditor Thomas in Berlin im Café Kredenz tut und dabei den israelischen Geschäftsmann Oren kennenlernt und ihm mit der gemeinsamen Leidenschaft nach Kuchen und nach einander nach Israel folgt....

 

Dabei wird der israelische Regisseur Ofir Raul Graizer sein.

 

Was man gar nicht verstehen kann, das ist, daß DIE FRAU DES ZOODIREKTORS aus den USA hier noch nicht zu sehen war. Es geht um eine dieser mutmachenden Geschichten aus der Kriegszeit, wo Antonia und Jan Zabinski dem Terror des Naziregimes mit völlig ungewöhnlichen Mitteln begegnen und in ihrem Bereich die Nazis schlagen und viele Menschenleben retten. Die Besetzung mit Daniel Brühl und Jessica Chastain läßt einen wundern, weshalb eine solche Thematik mit noch dazu so bekannten Schauspielern keinen Vertrieb in Deutschland hatte. Der Film ist aus dem Jahr 2016 und hat diesen Sonntag seine deutsche Premiere!

 

Über all die anderen Filme berichten wir noch. Tatsächlich ist das Programm so vielfältig und interessant, daß man zu jedem Film etwas Lobendes dazusagen möchte. Der einzige Film, der einem auf Anhieb fehlt, ist WALDHEIMS WALZER von der Wienerin Ruth Beckermann, der am 4. Oktober angelaufen ist. Aber diesen Film konnte und kann man im Mal Seh‘n sichten. Bitte also im Programmheft oder im Internet stöbern.

 

Krönender Abschluss ist dann am Sonntag, 4. November, das neugemachte ALTE GESETZ, der restaurierte Stummfilm von 1923, der mit der von Philippe Schoeller neugeschaffenen Musik vom Jewish Chamber Orchestra Munich unter der Leitung von Daniel Grossmann im Ignatz-Bubis-Gemeindezentrum erstmals aufgeführt wird. Es handelt sich um einen Klassiker des Weimarer Kinos, die wiederhergestellte Originalfassung, nun digitalisiert, mit 135 Minuten, Regie hatte E.A. Dupont geführt und es gibt deutsche Zwischentitel. Die Stars der Zeit spielen mit: Henny Porten, Ernst Deutsch.

Claudia Schulmerich

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