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„Ich wollte aufrütteln“

Dr. Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung

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Dr. Felix Klein, der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung. Quelle: BMI

In einem Zeitungsinterview schrieb der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Dr. Felix Klein, dass er Juden nicht empfiehlt „ jederzeit überall in Deutschland die Kippa zu tragen“.

 

Der israelische Präsident Reuven Rivlin sah Kleins Ausspruch als eine „Kapitulation vor dem Antisemitismus“. Rabbiner Yehuda Teichtal aus Berlin schrieb uns:“Es ist klar, dass das Tragen der Kippa für alle möglich sein sollte, unabhängig vom Wohnort. Wenn wir die Botschaft verbreiten, dass die Menschen lieber keine Kippa tragen sollten, dann überlassen wir das Feld den Gegnern der Demokratie. Es ist die Verantwortung des Staates, zu gewährleisten, dass alle Menschen ihre Religion frei und auf ihre Weise ausüben können. Es ist keine Option, unsere Identität zu verbergen. Die Lösung ist vielmehr null Toleranz gegenüber dem Antisemitismus. Auch der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Uwe Becker, äußerte sich in klarer Form zur aktuellen Kippa-Diskussion und betont, „dass unsere Gesellschaft nicht vor dem Antisemitismus kapitulieren darf“. Wenn Juden sich nicht trauen, „die Kippa als Zeichen ihres Glaubens in der Öffentlichkeit zu tragen, dann ist die Freiheit der Religion in unserem Land gefährdet. Die Reaktion des Staates darf nicht sein, dass er Juden auch noch davon abrät, Kippa zu tragen. Er muss handeln und seine jüdischen Bürger schützen. Gleichzeitig muss der Staat alle Bürgerinnen und Bürger aufrufen und dazu motivieren, für ihre jüdischen Nachbarn und Freunde einzustehen und sie gegen Angriffe zu verteidigen. Wer Juden beleidigt oder angreift, muss die Härte unseres Rechtsstaates erfahren und kein Zurückweichen. Wir müssen unsere jüdischen Bürgerinnen und Bürger darin bestärken, sich offensiv zum Judentum bekennen zu können und ihnen nicht auch noch davon abraten“, betonte heute Uwe Becker.

 

Jetzt reagierte Dr. Felix Klein mit einem weiteren Statement: „Ich wollte der Öffentlichkeit klarmachen, dass wir handeln müssen, bevor es zu spät ist“ und mit seiner Veröffentlichung „ zur Sensibilisierung dieses Phänomens in der Gesellschaft" beitragen. Wie er nun erklärte, wollte er damit eine Warnung vor dem alltäglichen Antisemitismus in Deutschland aussprechen, der in der Bevölkerung viel zu wenig wahrgenommen wird und auf die „zunehmende gesellschaftliche Enthemmung und Verrohung“ hinweisen. Zentralratspräsident Dr. Josef Schuster betonte ebenfalls „Die Bekämpfung des Antisemitismus muss sich die ganze Gesellschaft zu eigen machen. Es ist höchste Zeit.“ Regierungssprecher Steffen Seibert meldete sich wenige Tage später ebenfalls zu Wort und erklärte. „der Staat hat zu gewährleisten, dass die freie Religionsausübung eines jeden möglich ist“ und jüdische Menschen „sich an jedem Ort unseres Landes auch mit einer Kippa sicher bewegen kann. Zu dieser Verantwortung stehen wir“.

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