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Tote und Verletzte

Schießerei im Jüdischen Museum in Brüssel

Ein bewaffneter Mann hat im Jüdischen Museum in der Rue de Minimes 21 in Brüssel zwei Frauen und einen Mann getötet. Zwei der Opfer waren Touristen aus Israel. Eine weitere Person wurde schwer verletzt. Viele Menschen erlitten einen Schock und mussten ärztlich behandelt werden.

 

Augenzeugen berichteten, dass der Attentäter mit einem Rucksack aus einem Auto ausstieg, in das Jüdische Museum lief und sofort das Feuer eröffnete. Danach sei er zurück zum Auto gerannt und weggefahren. Wenige Stunden später wurde ein Mann von der Polizei festgenommen. Später stellte sich allerdings heraus, dass er nur ein Augenzeuge und kein Verdächtiger ist. Weitere Passanten berichteten von einem zweiten Mann, der in der Nähe des Fluchtfahrzeuges gewartet haben soll, dann jedoch ebenfalls geflohen sei.

 

„Eine abscheuliche terroristische Tat“, verurteilt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses Ronald S. Lauder den Anschlag, der „sich klar gegen Juden gerichtet hat“. Joel Rubinfeld, Präsident der belgischen Liga gegen den Antisemitismus sieht das Attentat als „Ergebnis eines Klimas, das Hass verbreitet.“ Eindeutig „handle es sich um eine antijüdische Gewalttat“. Zeuge der antisemitisch geprägten Bluttat war der belgische Außenminister Didier Reynders, der sich ganz in der Nähe in einem Lokal aufhielt und sofort die Rettungsdienste und die Polizei anrief. „Ich bin in Gedanken bei den Opfern, die ich dort gesehen habe und bei ihren Familien“, bekundete er seine Anteilnahme auf Twitter. Auch Premierminister Elio Di Rupa zeigte sich solidarisch mit der jüdischen Gemeinschaft Belgiens und betonte „alle Belgier sind vereint gegenüber dem Angriff in einer jüdischen Kultureinrichtung“. Doch ganz so geschlossen freundlich zeigte sich die belgische Bevölkerung gegenüber den dort lebenden Juden nun doch nicht. Während die Menschen vor dem Jüdischen Museum entsetzt und schockiert waren, lief wenige Meter entfernt auf dem nahe gelegenen Sablon-Platz das Brüsseler Jazzmarathon-Festival weiter. Innenminister Joëlle Milquet kündigte jetzt verstärkten  Polizeischutz für jüdische Einrichtungen in Belgien an.

 

Das Attentat geschah am Vorabend der Wahlen zum Europaparlament und der gleichzeitigen Parlamentswahl.

 

Inzwischen wurde ein Tatverdächtiger verhaftet, der sich zu dem Anschlag bekannte. Es handelt sich um einen im französischen Rubaix geborenen Sohn algerischer Einwanderer. Bereits in jungen Jahren schloss sich der Festgenommene Medhi Nemmouche der Salafistenbewegung an. Er kämpfte ein halbes Jahr aktiv im Bürgerkrieg in Syrien mit, dort wurde er auch an der Waffe ausgebildet. Anschließend kehrte der radikale Islamist nach Europa zurück und verübte nun mutmaßlich die Bluttat.

 

Mehr über die Bedrohung jüdischen Lebens in Europa durch islamistische Terroristen in unserer Print-Ausgabe

 

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