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Angriffe auf Deutschlands Rabbiner und andere Juden

Rabbiner Yehuda Teichtal, Chabad Campus Berlin, Chabad Lubawitsch
Auch Rabbiner Yehuda Teichtal wurde Opfer antisemitischer Aggressionen. Foto: A. Beygang

In Deutschland werden wieder Rabbiner angegriffen. Der Hass richtet sich vor allem gegen erkennbare Juden. Auf dem Hauptbahnhof in Potsdam bespuckte ein Syrer einen Studenten, der eine Kippa auf dem Kopf trug. In Hamburg wurden Landesrabbiner Shlomo Bistritzky und Eliezer Noe vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde von einem Araber antisemitisch bespuckt und beleidigt als sie aus dem Rathaus kamen. Die Polizei konnte den Angreifer noch an Ort und Stelle festnehmen, ließen ihn jedoch nach kurzer Zeit wieder frei. In Berlin bespuckten und attackierten zwei arabisch-sprechende Männer Rabbiner Teichtal, als er mit seinen Kindern von der Synagoge kam.

 

Der Angriff auf Rabbiner Teichtal empörte die Politik. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte persönlich Rabbiner Teichtal und brachte seinen Abscheu zum Ausdruck und mahnte: „Antisemitismus ist Gift für unsere freiheitliche offene Gesellschaft“. Auch andere Politiker sowie Vertreter der Kirchen zeigten sich betroffen, zumal gerade Rabbiner Teichtal immer wieder für eine offene, pluralistische Gesellschaft eintritt. „Seit ich hier lebe, betonte er nach dem Angriff, „möchte ich den Menschen das jüdische Leben näher bringen“. Er hofft, dass die Täter bald gefunden werden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Das sind keine Attacken nur gegen Juden. Das sind Attacken gegen alle Menschen, die die Demokratie wertschätzen.

 

Wir brauchen ein härteres Durchgreifen gegen antisemitische Angriffe, damit Aggressionen gegen Juden kein Eigenleben entwickeln. Und wenn das nicht möglich ist, so fordert Rabbiner Teichtal neue „harte Gesetze“. Sollen die neuen Anfeindungen gegen Juden dazu beitragen, Juden aus Deutschland zu vertreiben? Kann man eine Israel-Fahne anzünden, ohne damit auszudrücken, dass man jüdisches Leben in Flammen sehen will? Rabbiner Yehuda Teichtal ist noch optimistisch. „Ich lasse mir mein Bild von Deutschland nicht zerstören“, erklärt er und bekräftigt in Berlin bleiben zu wollen.

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