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24. Jüdisches Filmfestival Berlin & Brandenburg 2018

Caroline Peters, Moritz Batman (Manager Marketing Berlin / Leiter Audi City Berlin), Nicola Galliner, Dr. Dietmar Woidke, Alison Chernick
(v.l.n.r.): Caroline Peters; Moritz Batman; Nicola Galliner (Festivalleiterin), Brandenburgs Ministerpräsident Dr. D. Woidke; Alison Chernick ("Itzhak"); Volker Beck; Margot Friedländer; Kirsten Niehuus (Geschäftsfüherin MBB); US-Gesandter Kent Logsdon

Pur, ungeschminkt, unzensiert. „No Fake Jews“, lautet das Motto des 25. Jüdischen Filmfestivals Berlin Brandenburg. Bunte Plakate mit diesem Leitspruch schmücken gegenwärtig die Deutsche Hauptstadt sowie Potsdam. Kein Zweifel, das Filmfestival will auffallen, will sich nicht verstecken, trotz oder gerade in Zeiten wachsenden Antisemitismus.

 

Die wiederholten Übergriffe auf Juden und Kippaträger waren ein wiederkehrendes Thema während der Eröffnungsveranstaltung, die im Potsdamer Hans-OttoTheater statt fand. Brandenburgs Ministerpräsident betonte, dass es wichtiger denn je sei, sich gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Antizionismus zu stellen. Das Jüdische Filmfestival leiste hierzu einen wichtigen Beitrag. Und Dr. Felix Klein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung fügte hinzu: „Jeder Angriff auf jüdisches Leben ist ein Angriff auf unsere Kultur." Volker Beck, ehemaliger Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe im Bundestag betonte dagegen, dass das Filmfestival nicht für irgend etwas stellvertretend stünde, „es ist ein Wert für sich.“

 

Festivalchefin Galliner freut sich über die große internationale Beteiligung bei den diesjährigen Festspielen. Für die Programmgestaltung spielte auch das 70-jährige Jubiläum des Staates Israel eine wichtige Rolle. Allein aus Israel kamen 16 der 42 Filme, eine ungewöhnlich hohe Anzahl.

 

Den Eröffnungsfilm lieferte diesmal ein Beitrag einer jungen amerikanischer Filmemacherin. "Itzhak" ist ein rührendes Portrait des weltberühmten Geigers Itzhak Perlman. Von Kindheit an durch die Folgen der Kinderlähmung körperlich gezeichnet, musste sich der Virtuose frühzeitig gegen Vorurteile und Abgrenzung durchsetzen. Es ist ein spannendes Portrait, das den Weg des jungen Itzhak aufzeigt. Von seinen Anfängen als kleiner Junge in ärmlichen Verhältnissen erzählt der Film. Seine polnisch-jüdischen Eltern mussten viele Entbehrungen erleiden. Auch im jungen jüdischen Staat, wo Itzhak Perlman aufwuchs, war die Familie Ausgrenzung und Abgrenzung ausgesetzt. Obwohl Itzhaks Talent frühzeitig erkannt wurde, wollten nur wenige den gehbehinderten Jungen fördern.

 

Den spannenden Weg vom Einwanderkind bis zur Aufnahme an die renommierte Jeuilliard School in New York erzählt diese bewegende Dokumentation. Es ist jedoch ein weiterer Aspekt, der diesen Film so wertvoll macht, es ist seine immer wieder durchschimmernde Selbstironie, Perlmans nicht zu stillende Neugierde auf das Leben, das Schalkhafte, das Unangepasste, das immer wieder durchschimmert. Ein unerwarteter, ungewöhnlicher Blick auf einen Violinenspieler von Weltformat. Festvalleiterin Galliner hat ein gutes Händchen bei der Auswahl dieses Films bewiesen. Regisseurin Alison Chernick war eigens für das Festival aus Los Angeles angereist und stand auch nach der Aufführung dem Publikum für Fragen zur Verfügung. "Itzhak" läuft demnächst auch in deutschen Kinos .

Fotos: Alexander Beygang

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