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Im Spannungsfeld wachsenden Antisemitismus an akademischen Einrichtungen eröffnet die „Jüdische Kunstschule Berlin“ kreative Zufluchtsorte, in denen Identität, Mut und künstlerische Freiheit sich frei entfalten kann.
Katharina von Schnurbein steht seit vielen Jahren an der Seite der jüdischen Gemeinschaft. Foto Alexander Beygang
Katharina von Schnurbein ist seit 2015 Koordinatorin der Europäischen Kommission für die Bekämpfung von Antisemitismus und die Förderung jüdischen Lebens. In dieser Funktion hat sie sich wiederholt mit kontroversen Themen auseinandergesetzt und steht dabei zunehmend im Fokus politischer Debatten. Innerhalb der jüdischen Gemeinschaft hat sie sich einen Ruf als vertrauensvolle Beraterin und Advokatin jüdischer Belange erarbeitet – das gefällt nicht jedem.
Derzeit fordern 26 Europaabgeordnete aus verschiedenen Fraktionen erneut ihre Entlassung. Grund dafür ist von Schnurbeins Haltung im Gazakonflikt: Weil sie erklärte, dass EU-Sanktionen auf Gerüchten statt Fakten beruhen könnten, mehrfach auf Israels humanitäre Hilfe hinwies, Berichte über Hunger in Gaza relativierte, einigen Medien manipulierte Berichterstattung vorwarf und auf die Steuerung europäischer Proteste durch die Hamas aufmerksam machte, wurde ihr von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und anderen sowie von dem israelischen Historiker Amos Goldberg vorgeworfen, ihr Mandat, jüdisches Leben in Europa zu schützen, mit außen- und sicherheitspolitischen Wertungen zum Nahostkonflikt zu vermischen und „karikative Aktionen für Gaza zu diskreditieren“.
Der Europäisch Jüdische Congress EJC verurteilt die Kampagne als „unbegründet“ und warnt, dass damit den „jüdischen Gemeinden Europas großen Schaden zugefügt“ werden kann. „In einer Zeit zunehmenden Antisemitismus in ganz Europa, insbesondere nach dem 7. Oktober, in der sich viele Juden verängstigt und verletzlich fühlen, müssen wir auf Führungspersönlichkeiten wie Katharina von Schnurbein zählen können“, protestiert der EJC.
„Wenn Solidarität mit Israel und seinen Menschen und Engagement für Jüdisches Leben auf europäischer Ebene schon zu Rücktrittsforderungen führen, zeigt dies, wie sehr das Koordinatensystem im Kampf gegen Judenhass in Europa verrutscht ist, beziehungsweise mit Hass und Hetze verschoben wurde“, gab kurz nach Bekanntwerden des Antrags unter anderem auch Uwe Becker, der hessische Beauftragter der Landesregierung für Jüdisches Leben und den Kampf gegen den Antisemitismus zu bedenken.
Mehrere jüdische Gemeinden und Organisationen Europas sowie der American Jewish Congress bekräftigten in einem gemeinsamen Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Solidarität mit Katharina von Schnurbein: „Ihr Mandat basierte stets auf europäischen Werten, demokratischen Prinzipien und der dringenden Notwendigkeit, die jüdische Gemeinschaft vor Hass und Diskriminierung zu schützen.“ Die von Katharina von Schnurbein vorangetriebene EU-Strategie zur Bekämpfung des Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens sei ein beispielloser Meilenstein gewesen. „Sie hat die EU den kleinen jüdischen Gemeinden und Organisationen näher gebracht, die oft vom politischen Prozess abgekoppelt sind und transnationale Synergien und Foren für das Engagement der Zivilgesellschaft geschaffen“, stellen sich die Unterzeichner des Schreiben hinter die Antisemitismusbeauftragte der Europäischen Komission. Ihre herausragende Arbeit verdient Respekt und Unterstützung.