Anzeige

ANTISEMITISMUS NIMMT IN GANZ EUROPA ZU

GRÖSSTE BISHERIGE UMFRAGE

Katharina von Schnurbein
Katharina von Schnurbein.                                                                                                                          Foto Alexander Beygang

Anlässlich des Tages der Menschenrechte legt die Kommission eine neue Umfrage der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte vor, in der neun von zehn europäischen Juden der Ansicht sind, dass der Antisemitismus in den letzten fünf Jahren zugenommen hat. Die Europäische Kommission hat die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) beauftragt, eine Erhebung über die Erfahrungen der jüdischen Gemeinschaft betreffs Antisemitismus durchzuführen. Mit über 16.300 Befragten in den zwölf Ländern (Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien, Schweden und dem Vereinigten Königreich), in denen 96% der europäischen Juden leben, ist dies die bisher größte Umfrage ihrer Art.

 

Besonders besorgniserregend sind die Ergebnisse der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte zum Antisemitismus: 85% der europäischen Juden betrachten den Antisemitismus als das gravierendste soziale oder politische Problem in ihrem Heimatland. Andere Zahlen zeigen unter anderem, dass der Antisemitismus allgegenwärtig ist und sich auf das tägliche Leben der europäischen Juden in der gesamten EU auswirkt:

 

89% der Juden halten Antisemitismus im Internet und in den sozialen Medien für äußerst problematisch.

 

28% der Befragten wurden im vergangenen Jahr mindestens einmal belästigt;

79% der Juden, die in den letzten fünf Jahren eine antisemitische Belästigung erfahren hatten, haben dies nicht der Polizei oder einer anderen Organisation gemeldet.

 

34% vermeiden den Besuch jüdischer Veranstaltungen oder Orte, weil sie sich nicht sicher fühlen.

 

38% haben erwogen, auszuwandern, weil sie sich als Juden in Europa nicht sicher fühlten; 70% sind der Ansicht, dass die Bemühungen der Mitgliedstaaten zur Bekämpfung des Antisemitismus nicht wirksam sind.

Katharina von Schnurbein

Die Autorin ist die Antisemitismusbeauftragte der EU-Kommission.

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige