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Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, Wien, www.jmw.at, Judentum, Wien

JÜDISCHES FILMFESTIVAL BERLIN & BRANDENBURG

NEUE LEITUNG – NEUE PERSPEKTIVEN

Zum ersten Mal fand das Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg unter der neuen Leitung statt. Bernd Buder hatte Nicola Galliner abgelöst, die nach 26 Jahren in den Ruhestand ging. Welche Neuerungen gibt es bei dem international renommierten Filmfestival? Darüber sprachen wir mit Programmchef Bernd Buder.

Fraunhofer IPK Berlin, Bertram Nickolay, Martha Schillmöller, Fraunhofer Institut

Programmdirektor Bernd Buder.

Foto © Alexander Beygang

Herr Buder, Sie sind Programmdirektor des Filmfestival Cottbus und beraten als Kurator auch die Festivals in Skopje und Pristina. Wie kamen Sie zum Jüdischen Filmfestival Berlin & Brandenburg?

 

Wir von der Geschäftsführung des Filmfestivals Cottbus, also nicht nur ich, sondern auch Andreas Stein, Doreen Goethe und die anderen, standen schon lange im Kontakt mit Nicola Galliner. Im letzten Jahr sahen wir uns gemeinsam Filme an, die auf den Brandenburger Filmtagen gezeigt wurden. Und da fragte sie, ob wir uns vorstellen könnten, das Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg weiter zu führen. Bei einer so tollen Herausforderung sagt man natürlich nicht nein. Der jüdische Film ist unglaublich vielfältig und das hat mich ganz besonders gereizt.

 

Nicola Galliner war sehr bestimmend bei der Auswahl der Filme und hatte damit Erfolg. Das Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg ist beim Publikum sehr beliebt. Diesmal liefen 46 Filme, auf dem Festival; Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme sowie High-End-Serien, die die Vielfältigkeit jüdischen Lebens auf unterschiedliche Weise abbilden. Haben Sie die Filme ausgewählt?

 

Es gab eine Neuerung. Das Programm wurde von einem Programmkollektiv gestaltet, die alle Themen aus unterschiedlichen Blickwinkel betrachten, als Produzenten, als Programmgestalterin, Filmwissenschaftler und als Filmemacher und -macherinnen. Wir alle zusammen haben das Programm erarbeitet, wobei die Geschäftsführung hauptsächlich für Fundraising, für die PR-Arbeit und die allgemeine Organisation zuständig ist.

 

Unter den fünf Mitglieder des Programmkollektivs sind bekannte Namen, Filmemacher Amos Geva, der nicht nur eigene Filme produziert, sondern auch als Vermittler zwischen der Filmindustrie und jungen talentierten Filmschaffenden aktiv ist, Lea Wohl von Haselberg, Dozentin an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und Mitherausgeberin des Magazins „Jalta“, das Positionen zur jüdischen Gegenwart publiziert. Arkadij Khaet ist durch seinen Film „MASAL TOV COCKTAIL“ bekannt und Naomi Levari durch ihre Tätigkeit als Produzentin und Gründungspartnerin der in Tel Aviv ansässigen Black Sheep Film Productions Ltd. Und vom Kuratorium des Cottbusser Filmfestival kam Anke Donnerstag zum Jüdischen Filmfestival Berlin & Brandenburg.

 

Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit den Inhalten und wie die Diskussionen über das Programm abgelaufen sind. Es war ein sehr kreativer Austausch. Herausgekommen ist ein Mix aus kommerziellen und nichtkommerziellen Produktionen. Das war ja von vornherein das Ziel. Wir wollten die große Bandbreite zeigen, die Vielfältigkeit und Diversität jüdischer Gegenwart.

 

Sie haben aber auch neue Sparten eingeführt:

 

Neben dem Wettbewerb im Spielfilmbereich haben wir neuerdings den Dokumentarfilm hineingenommen. Verstärkt werden wir auch Filme von Filmemachern aus der Region vorstellen, die sich mit jüdischen Themen befassen, sowie deutsch-polnische Filme. Wir haben eine Sparte Retrospektive eingerichtet, in der ältere und rekonstruierte Filme gezeigt werden.

 

Nicola Galliner hatte in das Programm auch Serien aufgenommen.

 

Das wollen wir weiter ausbauen. Vor allem israe­lische Fernsehserien werden einen festen Platz haben. Erstens haben sie eine Pilotfunktion und zweitens sind sie beispielgebend für Fernseh­serien in der ganzen Welt, inhaltlich wie funktions­technisch. Sie machen unglaublich originelle und gute Serien.

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