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INVESTITIONEN IN DIE LANDWIRTSCHAFT

AFRIKAS NEUE KOOPERATION MIT ISRAEL

Afrika, Israel, Agrar, Landwirtschaft, Leap-frogging
Während der Westen Afrika als rückschrittlich empfindet, ist die Digitalisierung in der Landwirtschaft längst kein Fremdwort mehr.

Israel wendet sich immer mehr dem afrikanischen Kontinent zu. Das kleine Land im Nahen Osten hat dem großen Nachbarn im Süden viel zu bieten. Besonders im agrartechnischen Bereich kann Israel mit einer Vielzahl innovativer Lösungen aufwarten: in der schonenden Nutzung von Wasserressourcen, dem Anbau von Obst und Gemüse unter widrigen Bedingungen, in der Aufforstung von Wüsten, in der Weiterverarbeitung von Nahrungsmitteln. Hinzu kommt Israels Expertise im technologischen Bereich, besonders in der IT, sowie das Interesse der Edelsteinindustrie an afrikanischen Rohstoffen.

 

In der Vergangenheit konzentrierten sich Israels politische Beziehungen auf dem Kontinent auf Südafrika und Äthiopien, in geringerem Maße auch auf Marokko. Das ändert sich gerade. „Dies ist meine fünfte Reise nach Afrika in den vergangenen dreieinhalb Jahren“, sagte Netanjahu, als dieser Anfang Februar zu seiner Reise nach Entebbe, Uganda, aufbrach. „Dies sind Beziehungen, die sehr wichtig sind, auf dem diplomatischen, dem wirtschaftlichen und dem sicherheitspolitischen Gebiet, und in vielerlei anderer Hinsicht.“

 

Sudans langjähriger Präsident Omar al-Bashir stand einer Annäherung von Israel und Sudan bisher im Weg. Unter Burhan scheint das Land sich Israel gegenüber öffnen zu wollen. Inzwischen knüpft Israel engere Kontakte nicht nur zu Sudan, sondern auch zu Uganda und vielen anderen Ländern. Im vergangenen Jahr nahm das Land wieder Beziehungen zu Tschad auf. Das eröffnet die Möglichkeit, das Verhältnis zu anderen muslimisch geprägten Ländern, neben Sudan, auch zu Mali und Niger zu normalisieren. Der türkische Politikwissenschaftler Osman Kagan Yucel sieht in den neuen israelisch-sudanesischen Beziehungen gar das „Symbol einer neuen Ära in den Beziehungen zwischen Afrika und Israel“.

 

Nicht alle israelische Unternehmen hatten früher in Afrika einen guten Ruf. Einige Unternehmer waren in erster Linie an den Bodenschätzen auf dem Kontinent interessiert und wurden oft beschuldigt, Unrechtsstaaten und korrupte Machthaber zu stützen. Auch waren israelische Rüstungsunternehmen in Afrika aktiv, deren Geschäfte nicht zwangsläufig die Demokratiebestrebungen auf dem Kontinent stützten.

 

Das ändert sich in zunehmendem Maße. Das Engagement israelischer Unternehmen in Afrika hängt immer weniger an Staatsaufträgen und wird zunehmend von privaten Investitionen geprägt. In Äthiopien sind israelische Unternehmer in den verschiedensten Bereichen aktiv, besonders in der Landwirtschaft. So züchten israelische Agrarunternehmer mit großem Erfolg in dem Land Erdbeeren, Schnittblumen, Küchenkräuter und viele andere Landwirtschaftsprodukte.

 

In diesem Bereich können israelische Investitionen auch großen Nutzen für die weitere Entwicklung Afrikas stiften. „Wenn man Afrika verändern möchte, muss man einen Wechsel in der Lebensqualität der ländlichen Bevölkerung Afrikas hervorrufen“, wird Daniel Pinhasi, ein ehemaliger israelischer Diplomat, der heute als Afrika-Berater für israelische Unternehmer tätig ist, in einem Artikel der Tageszeitung Haaretz zitiert. „Der einzige Weg dazu ist Landwirtschaft.“

 

Investitionen in die Landwirtschaft erfordern jedoch den Aufbau der kompletten Wertschöpfungskette – von verbessertem Saatgut über Bewässerungssysteme und Dünger bis hin zur Lagerung und der Weiterverarbeitung.

 

Auf diesem Gebiet haben israelische Unternehmen viel zu bieten: Netafim im Bereich der Tröpfchenbewässerung, Mapal Agriculture auf dem Gebiet der Hydrokultur, Ginegar mit Plastikfolien oder auch Pelemix mit Substraten für Hydrokulturen.

 

Leap-frogging ist das große Stichwort für den rasanten Aufschwung, den Afrikas Wirtschaft in den vergangenen zwanzig Jahren genommen hat. Damit ist gemeint, dass die afrikanische Gesellschaft Entwicklungsstufen, die Europa oder Nordamerika nehmen mussten, überspringt. Festnetztelefonie beispielsweise konnte sich in Afrika nie durchsetzen. Leitungen waren ständig durchtrennt, zerstört oder schlicht gestohlen worden. Mobiltelefonie dagegen, vor allem seit der Verbindung mit Internet, sind ein riesiger Erfolg.

 

Digitalisierung wird die Entwicklung Afrikas weiter prägen. Denn angesichts einer rasant zunehmenden Bevölkerung wird es nur mithilfe digitaler Lösungen möglich sein, Schulbildung oder Gesundheitsversorgung zu sichern. In den kommenden 30 Jahren wird sich die afrikanische Bevölkerung laut Zahlen der Vereinten Nationen von heute etwa 1,3 Milliarden Menschen auf rund 2,5 Milliarden verdoppeln. Es ist unmöglich, in derselben Zeit ausreichend Lehrer, Beamte, Ärzte, Krankenschwestern und Hebammen auszubilden. Digitale Angebote – Telemedizin oder e-learning zum Beispiel – werden die Lösung sein.

 

Auf diesem Gebiet kann die israelische Wirtschaft mit interessanten Produkten aufwarten. Und umgekehrt finden israelische Tech-Unternehmen in Afrika neue, attraktive Märkte. So vertreibt beispielsweise das israelische Start-up OKO in Afrika Ernteversicherungen auf Basis von SMS-Nachrichten. Im vergangenen Jahr stieg auch der Satellit AMOS-17 in die Erdumlaufbahn auf. Er verbessert enorm die digitale Anknüpfung Afrika an den Rest der Welt.

 

In Äthiopien finden Landwirtschaft und Digitalisierung immer häufiger zusammen: Computergesteuerte Tröpfchenbewässerung oder wärmebildgesteuerte Bewirtschaftungsmethoden sind nur einige Beispiele. Gerade Israel hat eine lange Erfahrung mit Innovationen, die die Landwirtschaft optimieren und vor allem den Wasserverbrauch reduzieren. Damit kämpfen selbst die wasserreichen Länder Afrikas. Denn in vielen Regionen fällt zwar viel Regen, allerdings oft nur wenige Male im Jahr. Als wir einmal den Generalkonsul von Äthiopien in Frankfurt besuchten, zeigte er stolz Wasserleitungen, die in die Erde verlegt werden und sich mit der Zeit selbst organisch abbauen. „Das ist viel vorteilhafter als Tröpfchenbewässerung, denn auf diese Weise verdunstet gar kein Wasser“, sagte der Generalkonsul. „Eine israelische Entwicklung“, fügte er an.

Christian Hiller von Gaertringen. Der Autor ist Journalist und Unternehmensberater mit einem starken Fokus auf die Beziehungen zwischen Europa und Afrika.

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Roman Polanski, Intrige, Kino

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