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Prag und die juden

EINE REISE IN DIE GOlDENE STADT

Prag, Hradschin, Goldende Stadt, Juden, Judentum, Juden in Prag

Die Geschichte Prags beginnt mit einem Juden. Bis zum 10. Jahrhundert wusste man in Westeuropa noch nichts von der Existenz der Stadt an der Moldau. Das änderte sich erst als Abraham ben Jacob, ein spanischer Jude, im Auftrag des Kalifen von Cordoba Westeuropa bereiste und alles aufschrieb, was er sah und erlebte. 965 war er in Prag. Sein Bericht gilt als erste Aufzeichnung über die Existenz dieser Stadt. Fünf Jahre später weilte dann der jüdische Arzt Ibrahim Ibn Jakuv aus Tortosa in der Stadt und erzählte von jüdischen Kaufleuten in Prag. Damals soll es bereits eine Synagoge gegeben haben.

 

Die Geschichte Prags ist auch eine Geschichte der Juden, die mal privilegiert, dann wieder verfolgt und verjagt wurden und erneut zurückkehrten. Im 16. Jahrhundert gab es hier die erste hebräische Druckerei nördlich der Alpen sowie wichtige Talmud­schulen. Bedeutende jüdische Gelehrte lebten in Prag, von denen Rabbi Löw der bekannteste ist. Auch der Astronom David Gans war in Prag zuhause und andere Wissenschaftler. Nachdem 1849 das Ghetto aufgelöst wurde, entwickelte sich Prag zu einem bedeutsamen Zentrum jüdischer Kultur und Literatur. Jüdische Musiker und Schriftsteller von Weltruhm waren hier beheimatet, Franz Werfel zum Beispiel oder Franz Kafka. Im 19. Jahrhundert wurden jüdische Sportvereine wie DSC Prag oder Bar Kochba gegründet, es gab eine jüdische Schule und mehrere Synagogen unterschiedlichster Religionsrichtungen. 1935 lebten 380.000 Juden in der Tschechoslowakei. Fast alle wurden von den Natio­nalsozialisten ermordet.

 

Als 1945 die wenigen Überlebenden zurückkehrten, standen sie einer vorwiegend feindlich gesinnten Bevölkerung gegenüber, die sich an ihrem Eigentum bereichert hatte und sogar an Erschießungsaktionen der Nationalsozialisten teilgenommen hatte. Eine große Anzahl der zurückgekehrten Jüdinnen und Juden wanderten nach Amerika oder Israel aus. Denjenigen die blieben, wehte auch im kommunistischen Land ein antisemitisch geprägter Wind entgegen. Juden wurden für die schlechte wirtschaftliche Lage verantwortlich gemacht, ihnen Spionage und Landesverrat vorgeworfen. Zionistische Organisationen, Hilfswerke wie ORT oder Joint wurden verboten. 1952 waren im „Slánský-Schauprozess“, der von Antisemitismus und Antizionismus geprägt war, elf der verurteilten 14 Angeklagten Juden. Zwar wurden sie Jahre später vom obersten Gericht rehabilitiert, doch hatten nur drei der Verurteilten überlebt. Während des „Prager Frühlings“ im Jahr 1968 gelang es mehreren Juden vor den Repressalien ins westliche Ausland und nach Israel zu flüchten. Und als das sozialistische Staatengebilde 1989 zusammenbrach, nutzten auch Juden die Chance, das Land zu verlassen. Damals glaubten nur noch wenige an eine Wiederbelebung jüdischen Lebens in Tschechien. Doch es kam anders. Heute gibt es eine Renaissance des Judentums. Jüdische Besucher reisen wieder gern nach Prag. Beliebte Ziele der Besucher sind die Altneu-Synagoge, die tagsüber wie ein Museum gegen Eintrittsgeld betreten werden kann und am Schabbat nur gläubigen Juden offen steht, wie auch das neue Jüdische Museum oder die Goldene Gasse, in der einst Franz Kafka bei seiner Schwester wohnte. Für zehn Euro pro Person kann man auch diese Straße mit ihren kleinen mittelalterlichen Häusern betreten, in Nostalgie schwärmen und vielleicht sich in die großartigen Erzählungen von Leo Perutz hinein versetzen, von Kaiser Rudolf II. und seiner Liebe zur schönen Esther, von Mordechai Meisl, Rabbi Löw und den Legenden der Prager Judenstadt mit ihrem Golem. 1951 starb Perutz in Tel Aviv. Erst langsam beginnt man seine und auch die großartigen Werke anderer jüdisch-tschechischer Autoren als Teil des kulturellen Erbes zu würdigen.

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Roman Polanski, Intrige, Kino

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