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EIN NEUER ERUV IN BASEL

DIE LÖSUNG EINES PROBLEMS

Ein Eruv soll in Basel eingeführt werden. Darüber diskutieren Juden und Jüdinnen in der Schweiz. Doch ist ein solcher zeitgemäß?

Eruv Basel
Aufstellung eines Eruvs in Israel zwischen Oz Zion und Givat Assaf.                                                                                                                                            Foto: Yakov

In vielen Städten haben gläubige Juden und Jüdinnen ein Problem. Wohnhäuser in der Nähe von Synagogen sind meist repräsentative Bauten, aber dementsprechend auch teuer. Die Mieten sind hoch. In Berlin reichte kürzlich eine jüdische Familie eine Klage ein. Vor dem Gericht wollten sie eine Erhöhung ihres Wohngeldes erstreiten. Sie könnten nicht zu Fuß zur Synagoge gehen und somit nicht am G‘ttesdienst teilnehmen, lautete ihre Begründung. Sie suchen eine Wohnung in Synagogennähe, Diese kostet aber mehr als der übliche Wohnkosten-Zuschuss es zulasse. Das Gericht lehnte eine Erhöhung des Wohngeldes ab mit der Begründung, es könne hierbei für niemanden aus religiösen Gründen eine Ausnahme gemacht werden.

 

Was sollen die orthodoxen Juden machen? Nicht für alle gibt es Gästezimmer in Synagogennähe, die am Schabbes genutzt werden können. Im 2. Buch Mose wird jedoch gefordert, dass man am Schabbat „seinen Ort“ nicht verlassen darf. Auch das Tragen eines Gegenstandes von einem Bereich in einen anderen ist am Schabbat nicht erlaubt. Dazu gehört auch das Schieben eines Kinderwagens, wodurch viele, vor allem jüngere jüdische Frauen, vom Schabbatg‘ttesdienst ausgeschlossen werden. Doch wie groß ist der „Ort“ um die Synagoge, in dem man sich unbedenklich bewegen darf, wirklich? Darüber machen sich moderne Rabbiner Gedanken. Ein Eruv kann helfen. In einigen Städten Europas wie zum Beispiel in London, Venedig. Straßburg, Antwerpen, Gibraltar gibt es bereits solche Abgrenzungen. Betonfeiler mit teils realen, teils imaginären Seilen, Drähten oder Schnüren zeigen den gläubigen Juden wieweit sie von Freitag Abend bis Samstag laufen dürfen. Es ist der Weg zur Synagoge und zurück. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Eruvim immer größer und beziehen oft ganze Häuserblöcke und sogar Stadtteile mit ein. Statt der früher geforderten 2.000 Ellen was ungefähr einem Kilometer entspricht, umschließt der Eruv in Wien einen Umkreis von 25 Kilometer. Das ist fast die gesamte Innenstadt. In Manhattan sind es sogar 40 Quadratkilometer.

 

Für Basel plant Architekt Jonathan Benhamu gemeinsam mit der Israelitischen Gemeinde eine Umzäunung, die auch den Novartis-Campus, den Bahnhof SBB, den Zoo, den Schützenmattpark und das Gellert-Quartier umfasst. Ein Teil des Rheins wird als natürliche Grenze mit einbezogen. Man kann auch bestehende Drähte wie Oberleitungen von Straßenbahnen mit einbeziehen. In New York hängt ein Teil der Schnur ziemlich unauffällig in luftiger Höhe und wird oft für ein Telefon- oder Stromkabel gehalten. Wichtig ist vor allem, dass die Grenze lückenlos ist, damit der Eruv intakt bleibt. Das vor jedem Schabbat zu kontrollieren, ist Aufgabe der jeweilen Gemeinde und des Rabbiners.

 

Außerhalb von Israel existieren gegenwärtig weltweit 150 Eruvim. Für religiös praktizierende Juden und besonders für Jüdinnen ist der Eruv eine große Erleichterung. Durch die Schabbesgrenze wird der „private Raum“ vergrößert, in dem sich nun alle freier bewegen können. Jeder neue Eruv ist eine große Bereicherung, der das jüdische Leben während des Schabbats vereinfacht, nicht nur in Basel.

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