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DIE VERGESSENEN OPFER DER SCHOA

ZUM ERSTEN MAL: DEUTSCHLAND ZAHLT ENTSCHÄDIGUNG FÜR ALGERISCHE HOLOCAUSTOPFER

Juden, Algerien, Algier, Jewish World Congress
Bereits im Juni 1952 traf sich der Jüdische Weltkongress in Algier, um auf die Situation der Juden in Nordafrika aufmerksam zu machen. Foto: WJC

Im Jahr 1940 lebten rund 110.000 Juden in Algerien. Seit 1870 besaßen sie alle die französische Staatsbürgerschaft. In der NS-Zeit half das ihnen nichts, im Gegenteil, im Oktober 1940 wurden sie ausgebürgert. Das Vichy-Regime, das mit der deutschen Besatzungsmacht kollaborierte, erließ strenge antisemitische Gesetze, die auch in den damaligen französischen Kolonien galten und angewendet wurden. Juden mussten aus dem Staatsdienst austreten, sie wurden aus dem Wirtschaftsleben ausgeschlossen, ihr Eigentum konfisziert, die Kinder von den staatlichen Schulen verwiesen. Rund 2.000 algerische Juden und Jüdinnen wurden in Arbeits- und Konzentrationslager interniert. Von diesen Camps aus, die in Algerien errichtet wurden, zum Beispiel in Bedeau oder in Djelfa, deportierten die eifrigen Helfer des Vichy-Regimes viele Juden nach Auschwitz und in andere Vernichtungslager.

 

Erst jetzt, im Jahr 2018, werden die Jüdinnen und Juden, die in dieser Zeit in Algerien beheimatet waren, ebenfalls als Opfer des Holocaust anerkannt. Dabei hat der Jüdische Weltkongress schon früh auf die Situation der Juden in Nord­afrika aufmerksam gemacht. Heute, schätzt man, leben nur noch 25.000 dieser Gruppe der Schoaüberlebenden, die meisten von ihnen in Frankreich, in Israel und in den USA. Fast alle flüchteten in den 60er Jahren vor antisemitischen Ausschreitungen und Pogromen judenfeindlicher Araber. Auch deshalb wurde die kurze Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung im Geschichtsbuch vernachlässigt.

 

Im Februar dieses Jahres endlich entschloss sich die deutsche Bundesregierung nach zähen Verhandlungen mit dem Jüdischen Weltkongress und der Claims Conference zu einer Einmalzahlung von jeweils 2.500 Euro pro Person. Berechtigt sind alle Juden, die zwischen 1940 und 1942 in Algerien lebten und unter der NS-Verfolgung gelitten haben. „Es kommt spät, aber nicht zu spät“, erklärte dazu der Präsident des Jüdischen Weltkongresses Ronald S. Lauder. Bis Ende April können bei der Claims Conference in Paris Anträge zur Entschädigungszahlung eingereicht werden, ähnliche Büros werden als Nebenstellen in Marseille, Lyon und Toulouse eröffnet. „Die Beratung“, betont Rüdiger Mahlo von der Claims Conference, „ist kostenfrei“. Ab Juli 2018 soll nach einer jeweiligen Einzelprüfung mit der Auszahlung des Geldes begonnen werden.

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