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KOMMENTAR

ENDLICH IST GILAD SHALIT FREI

Als er von der Hamas entführt wurde, war er 19, jetzt ist Gilad 25 Jahre alt. Fünf Jahre und vier Monate war er Gefangene in den Händen der radikalen Palästinenser, 1.941 Tage. Juden auf der ganzen Welt hatten unermüdlich seine Freilassung gefordert, allen voran seine Eltern, die immer wieder die Weltöffentlichkeit auf die Verbrechen der Hamas aufmerksam machten.

 

Juden auf der ganzen Welt, darunter auch der „Jüdische Weltkongress“, Vertreter fast aller jüdischen Organisationen und das ‚“Jüdische Europa“ gratulieren Binyamin Netanjahu zu den erfolgreichen Verhandlungen mit der Hamas.

 

Doch auch kritische Stimmen sind hörbar. Zwar ist jedes einzelne Menschenleben kostbar, dennoch wurde die Freilassung von Gilad Shalit ein sehr teuer erkaufter Sieg. 1.027 aktive Terroristen wurden im Austausch aus israelischen Gefängnissen freigelassen. Unter den ersten 477 sind etliche, die einst zu lebenslanger Haft verurteilt worden sind, weil sie grausame Anschläge verübten, durch die viele jüdische Menschen starben. Unter ihnen ist auch die palästinensische Journalistin Ahlam Tamini, die einst einen Terroristen nach Jerusalem brachte, wo er als Selbstmörder einen Bus in die Luft sprengte. Acht Schulkinder starben, andere wurden verstümmelt und verletzt. Von TV-Journalisten nach ihrer Freilassung interviewt, zeigte sie keinerlei Reue über ihre „Heldentat“. Andere freigelassene Terroristen wurden von Hamas-Anhängern mit den Worten: „Hier hast du deine Waffe wieder“ freudig begrüßt. Die so Angesprochenen lehnten den Empfang der Waffe ab. Vielleicht, weil mehrere Fernsehsender die Szene filmten, haben sie doch alle unterschrieben, sich nicht mehr an Terroraktivitäten gegen Israel zu beteiligen. Doch halten sie ihr Versprechen wirklich? Wird die Hamas demnächst gemäßigter auftreten? Ist das Risiko kalkulierbar, wie Yoram Cohen, Chef des israelischen Inland-Geheimdienstes Shabak betont? Die Zukunft wird es zeigen.

 

Wichtige Unterhändler bei dem Deal der Freilassung von Gilad Shalit waren der ägyptische und deutsche Geheimdienst. Israels Präsident Shimon Peres dankte nicht nur Bundeskanzlerin Merkel, sondern auch Unterhändler Gerhard Conrad persönlich für seinen Einsatz mit den Worten: „Sie haben den Grundstein für das Abkommen gelegt.“ Nicht hoch genug einschätzen kann man die Hilfe Ägyptens, gerade in diesen Wochen, in denen aus Kairo auch viele israelfeindliche Stimmen zu hören sind. Auch hier bleibt abzuwarten, welche Richtung in Zukunft die Politik am Nil bestimmt.

 

Vor allem jedoch dürfen wir trotz unserer Freude über das Ende des Martyriums von Gilad Shalit nicht vergessen, dass noch ein anderer junger israelischer Mann Gefangener der Hamas ist und sein Schicksal nach wie vor ungewiss ist. Lasst Ron Arad ebenfalls frei, lautet unsere Forderung.

Alexis Canem