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Protest gegen ein Fehlurteil des Verwaltungsgerichts Gera

von Prof. Dr.-Ing.habil. Reinhard Schramm

Die Erlaubnis des Jenaer Thügida-Fackelaufmarsches am 20. April 2016 zu Hitlers Geburtstag begünstigt die Glorifizierung Hitlers und damit des Nationalsozialismus. Sie unterstützt die deutschen Rechtsextremisten, den 20. April zu ihrem erkennbaren Gedenktag werden zu lassen. Die Geraer Richter verkennen die Symbolkraft und die rechtsextremistischen Taten anlässlich des 20. April. Mit dem Fackelmarsch begann einst Hitlers Machtübernahme und bis zu Hitlers Untergang begleiteten die Fackelmärsche seinen Geburtstag. Die Thügida als rechtsextremistische Weiterentwicklung der Pegida-Bewegung kündigte zu ihrer Demonstration symbolisch 88 Fackeln an. 88 steht bei den Rechtsextremisten für den achten Buchstaben: HH – Heil Hitler. In Thüringen erfolgt die Ehrung Hitlers nicht nur über Symbole. In jüngster Vergangenheit gehören auch rechtsextremistische Untaten zu Hitlers Geburtstag. Am 20. April 2.000 verübten drei Rechtsextremisten einen Brandanschlag auf die Synagoge der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen.

 

Der 20. April steht für alle erkennbar für die Glorifizierung des Nationalsozialismus und seiner Gewalttätigkeit. Übersehen das die Richter des Verwaltungsgerichts Gera? Ich bin erschüttert, und ich schließe ein gewisses Maß an Gleichgültigkeit nicht aus.

 

Der deutsche Rechtsextremismus ist auf dem Weg, die furchtbare Tradition des 20. April fortzusetzen. Der Fackelmarsch der Thügida gehört zu diesem Weg.

 

Es ist eine blutige Tradition. Mein Onkel Rudolf Murr wurde am 20. April 1941 im KZ Neuengamme ermordet. Nachweislich wurden in den deutschen Konzentrationslagern anlässlich Hitlers Geburtstag eine zusätzliche Anzahl von Juden umgebracht. Gott sei Dank sind die Zeiten nicht vergleichbar. Aber den Weg zum Mord sind Thüringer Rechtsextremisten unlängst gegangen.

 

Der Autor ist der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen

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