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Polizei bittet um Hinweise

Gruppe junger Männer attackierte Ulmer Synagoge

Synagoge Ulm Anschlag, Loch in Mauer

Mehrfach attackierte eine Gruppe junger Männer die neue Synagoge in Ulm. Zuletzt rammte der etwa 30-jährige Anführer mit einem Eisenpoller, den die Gruppe davor aus der Ulmer Innenstadt entwendet hatte, gegen die Fassade des jüdischen G'tteshauses. An der Einschlagsstelle zerbrach die Kalksteinfassade. Die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg schätzt den Schaden auf mehrere tausend Euro.

 

Nach Angabe der Polizei ist der dunkelhaarige Haupttäter etwa 30 Jahre alt und 1,80 m groß. Er wirkte sportlich und trug ein grünes Blouson, dreiviertellange Hosen, halbhohe, dunkle Schuhe sowie ein schwarzes T-Short mit dem Aufdruck „81“. Die Zahl gilt als Code für die Rockergruppe Hells Angels. Möglich ist jedoch auch, dass Rechtsextreme damit eine Assoziation zum Namen Adolf Hitler, nach den Initialen seiner Anfangsbuchstaben AH herstellen wollen. Ein zweiter junger Mann aus der Gruppe trug ebenfalls ein T-Shirt mit dieser Zahl. Nachdem die Fassade eingedrückt worden war, traktierte der Täter das gebrochene Fassadenelement mit Fußtritten, bis es vollends aus der Halterung gerissen und in die Wärmedämmung des Gebäudes hineingedrückt wurde. Das alles passierte unter einer Videokamera, die von der jüdischen Gemeinde zum eigenen Schutz installiert worden war.

 

Der Täter habe nach Aussage der Polizei zwei kurze Zöpfe („Rattenschwanz“) zur Rechten und Linken in seinem dunklen Haar. Auch trug der Unbekannte einen Vollbart.

 

„Wir fühlen uns nicht sicher“, erklärte Rabbiner Trebnik. Offenbar wurde die Tat nicht von alkoholisierten Jugendlichen ausgeführt, sondern wegen eines vorhergegangenen Vorgangs offensichtlich aus antisemitischen Motiven heraus.

 

 

Die Ulmer Kriminalpolizei nimmt Hinweise zu den Tätern unter der Telefonnummer 1731 1888 entgegen und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Reumütige Täter und Mitwisser können sich auch bei der IRGW (Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg) unter der Telefonnummer 0711 228 36 24 melden und ggf. so eine Strafanzeige abwenden.

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