Anzeige

eklat in paris – muslime fühlen sich angegriffen

„Es muss einmal gesagt sein, alle Gewalttaten gegen Juden werden heute von jungen Muslimen begangen“, erklärte Roger Cukierman, Präsident des französischen Dachverbandes „CRIF“ und stellvertretender Vorsitzender des Jüdischen Weltkongresses. Dieser Satz in einem Radiointerview führte nun zum Eklat.

 

Cukierman fügte in dem gleichen Radiointerview über gewaltbereite Muslime hinzu: „natürlich ist das nur eine Minderheit“. Trotzdem fühlt sich der muslimische Dachverband Frankreichs „CFCM“ seinerseits angegriffen. „Wir haben genug von den Beleidigungen. Sind wir denn die Hunde der Republik?“, protestiert Dalil Boubakeur, Präsident des „CFCM“ und das „Kollektiv gegen Islamophobie in Frankreich „CCIF" kündigte an, Cukierman „wegen Volksverhetzung“ anzuzeigen.

 

Fast gleichzeitig fand das traditionelle Jahresdinner des „CRIF“ statt, zu dem immer viele Persönlichkeiten aus Politik und Kultur eingeladen werden. Aus Protest sagte Boubakeur diesmal seine Teilnahme ab, obwohl Cukierman ihn persönlich um sein Kommen bat. „Jedes Mal, wenn er spricht, spricht er von jungen Muslimen, obwohl es doch in erster Linie junge Franzosen sind.“ Vergessen wird von der muslimischen Vertretung dabei, dass es zwar französische Staatsbürger sind, von denen die meisten in Frankreich aufwuchsen, sie jedoch alle einen muslimischen Background haben und sich auf den Koran berufen.

 

Mehrere französische Politiker äußerten scharfe Kritik an Cukierman, kritisierten jedoch dabei ebenfalls den Boykott von Dalil Boubakeur am Galaabend. „Schnellere und effiziente Strafen“ kündigte Präsident Francois Hollande beim Empfang an und sagte in seiner Rede, dass zukünftig bei „Straftaten antisemitische Motive als erschwerender Umstand gewertet“ werden. Auch plant der französische Staat ein Gesetz um schnellere Maßnahmen gegen jene „die vom Dschihadismus angezogen sind“, anwenden zu können.

Anzeige

Anzeige