Anzeige

STABWECHSEL BEI DER ZWST

ARON SCHUSTER NEUER DIREKTOR

Beni Bloch, Aron Schuster, ZWST, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, Zentrale Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland
Aron Schuster, Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (l.) und sein Vorgänger Beni Bloch. Er steht der ZWST als Berater weiterhin zur Seite.          Foto A. Canem

Beni Bloch vorzustellen ist wie Eulen nach Athen zu tragen. Wohl jeder jüdische Mensch in Deutschland kennt den ehemaligen Direktor, dessen Spitzname „Mister ZWST“ bereits viel von seiner außergewöhnlichen Einsatzbereitschaft für das Wohl jüdischer Männer, Frauen und Kinder verrät. Problemlöser Beni „schläft nie“, raunte man sich zu und tatsächlich konnte man sich zu jeder Tages- und wenn nötig auch zur Nachtzeit an ihn wenden. Auch im Ausland kennt und achtet man ihn. Überall wo es nötig war, engagierte sich der Direktor der jüdischen Zentralwohlfahrtsstelle, oft auch als Vorstandsmitglied. Jahrelang vertrat er die Interessen der in Deutschland lebenden Juden im „Europäischen Rat Jüdischer Gemeinden – ECJC“. Gemeinsam mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland entstanden unter seiner Ägide eine internationale Zusammenarbeit mit Gemeinden in Österreich und in der Schweiz. Auch kooperiert die ZWST zum Beispiel mit dem jüdischen Wohlfahrtszentrum in Minsk und hilft bei der gemeinsamen Ausbildung von Fachkräften, die mit dementiell erkrankten Menschen in jüdischen und nichtjüdischen Einrichtungen in Weißrussland arbeiten.

 

44 Jahre gehörte Beni Bloch der ZWST an, die ersten 14 Jahre als Madrich, der die Machanoth überhaupt erst einführte – eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält. Gegenwärtig finden diese nicht nur in Bad Sobernheim und anderen deutschen Orten statt, sondern auch in Italien, Österreich und vor allem in Israel. Das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl der jüdischen Jugendlichen. Für viele kleinere Gemeinden sind diese Feriencamps oftmals die einzige Möglichkeit mit anderen gleichaltrigen jüdischen Menschen zusammenzukommen. Es ist eine Mixtur aus Spaß und Spiel, die ihre Liebe zu Israel fördert und enger mit der jüdischen Tradition vertraut macht. Durch Lehrgänge eignen sich Jugendliche und auch Erwachsene das Rüstzeug an, das sie benötigen um sich innerhalb der jüdischen Gemeinde qualifiziert engagieren zu können. Ganz im Sinne der Zedaka setzte Beni Bloch sich für die Sozialschwachen und Kranken ein, mit Hilfsprogrammen sowie Weiterbildungslehrgänge für das Pflegepersonal. Der größte Erfolg seiner Arbeit ist jedoch die gelungene Integration der jüdischen Zuwanderer aus Osteuropa, besonders aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Eine Mammutaufgabe auf allen Ebenen, im sozialen wie im kulturellen Bereich. Die ZWST half ausgebildeten Akademikern, deren Abschlüsse anfangs nicht anerkannt wurden, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Ihnen bot die ZWST als erstes Deutschkurse an, aber auch einzelne Beratungen sowie Kurse für die jeweiligen Berufsgruppen.

 

Beni Blochs Erfolge sind vielseitig. Beispielsweise in der regelmäßig stattfindenden Erzieher- und Lehrerfortbildung, bei der Stärkung der Identität von jüdischen Jugendlichen oder ihrer Ausbildung zum Jugendleiter innerhalb der Gemeinden. Jedes Jahr organisiert die ZWST Reisen nach Polen zum „March of the Living“ und fördert durch Aufklärung die Antisemitismusprävention.

 

Jetzt hat Beni Bloch sein Amt als Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle aus Krankheits- und Altersgründen abgegeben. 75 Jahre ist er alt. Der Schritt kam nicht überraschend. Sein Nachfolger Aron Schuster, der als Vizedirektor lange Zeit gemeinsam mit ihm arbeitete, wurde bestens auf sein neues Amt vorbereitet. Dennoch wird er es schwer haben, aus dem übermächtigen Schatten seines Vorgängers heraus zu treten. Toda Raba Beni und Mazal Tov Aron!

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige